
Zeitlich passend zum großen UFC-Event vor dem weißen Haus, wirft EA SPORTS mit UFC 6 den mittlerweile sechsten Ableger der MMA-Simulation auf den Markt. Wie schlägt sich das Spiel im Vergleich zu den Vorgängern?
Im Fokus der diesjährigen Werbekampagne stand dieses Mal nicht die Frostbite Engine, sondern die visuelle Darstellung und das Gameplay, das realistischer denn je sein soll. Man hat versucht die Persönlichkeiten und Bewegungsstile vieler bekannter Fighter möglichst realitätsnah ins Spiel zu bringen und mit der FLOW Mechanik dem Gameplay zudem einen neuen Aspekt verpasst. Weitere Änderungen sind - wie so häufig bei regelmäßig erscheinenden Sportspielen - eher im Detail zu finden.
Gameplay & Optik
Um nicht ganz hilflos zu sein, startet das Spiel mit einem ausführlichen Tutorial, in welchem ihr alle Griffe und Kniffe der Steuerung lernt. Das kann einen Einsteiger anfangs schon etwas erschlagen, aber letztlich kommt man auch ohne komplexe Submissions und Takedowns in dem Spiel auch dann weiter und hat Spaß, wenn man einfach nur schlägt und tritt. Das mag jetzt dem Simulationsanspruch vielleicht nicht ganz gerecht werden, sorgt aber dennoch auch unter Einsteigern für Spielspaß. Ich habe seit dem ersten Teil der Reihe große Schwierigkeiten mit Ground-Gameplay und dennoch mit jedem Ableger viel Spaß im Octagon gehabt. Die eigentliche Zielgruppe wird sich schon so reinfuchsen, dass auch das Submission-Gameplay ins Blut übergeht, denn so kompliziert ist es eigentlich nicht mehr.

Steigt man zum ersten Mal ins Octagon, fallen einem nur wenige Unterschied zum Vorgänger auf. Grafisch sucht man die Verbesserungen mit der Lupe, die Einzüge sehen weiterhin ziemlich gut aus, genauso wie die Modell der Kämpfer und das Drumherum. Beginnt der Kampf, bewegt man sich auf dem ohnehin schon hohen Niveau des Vorgängers und der auffälligste Unterschied ist ein leicht überarbeitetes HUD. Animationstechnisch kommt es uns teils etwas steif vor. Die Fighter bewegen sich an sich zwar mehr wie ihre Ebenbilder, aber so richtig Wumms wollen die Schläge und Tritte nicht haben. Die Submissions oder auch die Knockouts sind aber weiterhin toll animiert. Leider hat man es bei der neu eingeführten FLOW Mechanik mit dem Filter etwas übertrieben. Das möchte EA in einem Update aber zeitnah optional machen, sodass die Mechanik natürlich erhalten bleibt, das Bild aber auch normal dargestellt werden kann. Generell lässt die FLOW Mechanik durch den Filter das Spiel etwas comichaft wirken und man hat das Gefühl, "Finish him / her!" gelesen zu haben, um dem Gegner den Rest zu geben.
Das Vermächtnis - Chris Carters Geschichte
Aufgestockt hat UFC 6 gegenüber UFC 5 die Spielmodi. Es gibt neben dem bereits bekannten Karriere-Modus nun auch einen Story-Modus, wo man in die Rolle von Chris Carter schlüpft und dessen Karriere nachspielt. Diese wird mit stimmungsvollen Zwischensequenzen erzählt und man kämpft auch mal abseits des Octagon beispielsweise in einem Nachtclub, wo es zu einer Prügelei kommt. Zu viel vom Verlauf wollen wir euch aber nicht spoilern, das solltet ihr wenn dann selbst erleben. Hin und wieder hat man zudem auch die Möglichkeit, die Geschichte und ihren Verlauf etwas zu beeinflussen. Nach dem Einstieg in die Geschichte läuft der Story-Modus ähnlich wie der Karriere-Modus ab, wird aber eben von Zwischensequenzen unterbrochen. Ansonsten bereitet man sich in den Wochen vor dem Kampf auf selbigen vor, ist bei Social Media aktiv, trainiert, lernt neue Moves - eine sinnvolle Verschmelzung zweier Modi. Etwas seltsam ist, dass man teils bei Social Media Nachrichten beantworten muss, da aber keine Auswahl zwischen Reaktionen hat, sondern einfach die vorgegebene einzige Antwort abschickt - das hätte man sich dann auch sparen können. Ab und zu habt ihr da aber auch die Möglichkeit, zwischen zwei verschiedenen Antworten zu wählen. Die Story an sich ist nicht besonders lang, macht aber durchaus Spaß.

Karriere-Modus - von Kampf zu Kampf
Beim Karriere-Modus hat sich gegenüber UFC 5 nicht so viel getan. Man schlüpft entweder in die Rolle eines vorhandenen Fighters oder erstellt sich seine eigene Person und arbeitet sich dann durch die gewählte Division. Man baut im Vorfeld des Kampfes Hype auf, trainiert seinen Kämpfer, lernt neue Schläge und Tritte oder Submissions oder achtet auf die Fitness, indem man nur dem Boxsack einen mitgibt oder gar nur regeneriert. Die Trainingsmöglichkeiten hängen vom Budget ab, was wir uns in den Kämpfen erarbeiten. Je mehr Geld, desto besseres Training - ist ja klar. Was anfangs noch motiviert, wird auf Dauer dann doch etwas eintönig, da der Modus an sich nur wenig Abwechslung bietet. Neu ist, dass diesmal auch Titel in zwei Divisionen erkämpft werden können.

Hall of Legends - "The Island" für UFC
Ein weiterer neue Spielmodus ist die "Hall of Legends". Vom Grundprinzip erinnert der Modus so ein wenig an "The Island" in WWE 2K. Im Fokus des Modus stehen Max Holloway, Alex Pereira und Zhang Weili. Alle drei Fighter haben ihre eigene Spielwelt bekommen, in welcher man in Videos etwas ihre Geschichte und ihre UFC Karriere erfährt. Die Spielwelten sind dabei an die Herkünfte der Fighter angepasst: Hawaii, Brasilien und China. Je Legende gibt es dann drei Kämpfe zu bestreiten, die man nicht einfach nur gewinnen muss, sondern in denen es auch Nebenaufgaben zu erledigen gibt. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass 3 Kämpfe à Charakter allerdings nicht besonderes viel Spielzeit einnehmen. Der Modus ist also eher ein Happen für Zwischendurch.

Kampfwoche - Glücksspiel & Gameplay
Last but not least erwartet uns ganz oben im Menü noch die "Kampfwoche". In diesem Modus könnt ihr durch Wetten auf echte UFC Kämpfe Coins und Punkte für UFC 6 gewinnen. Neben dem Nachspielen von Fights gibt es auch Herausforderungen, die zusätzliche Gewinne zur Folge haben können. Vielleicht ganz motivierend, wenn man die anderen Modi durch hat und nicht einfach nur ins Octagon steigen möchte.
Fazit
UFC 6 punktet gegenüber dem Vorgänger mit mehr Umfang. Grafisch und vom Gameplay sind gibt es jedoch nur Nuancen, in denen das Spiel sich vom Vorgänger unterscheidet. Die Animationen wirken teils steif, viele Kämpfe laufen gleich ab und wer die Vorgänger gespielt hat, wird vermutlich schneller satt sein. Der Impact der Schläge und Tritte müsste zudem noch deutlich verbessert werden und hin und wieder hatte ich auch das Gefühl, dass sich die Arten der Schläge und Tritte trotz anderer Eingaben auf dem Gamepad einfach nicht richtig umgesetzt haben. Wir sind gespannt, wie EA das Spiel über die Lebenszeit hinweg pflegen wird - bis dato wurde jedes UFC sehr gut kostenfrei mit Neuerungen versorgt. Die UFC Arena vor dem Weißen Haus wurde beispielsweise bereits dem Spiel kostenfrei beigefügt.
Unsere Wertung
- Gameplay
- 9
- Präsentation
- 9
- Umfang
- 8
- mehr Spielmodi als zuvor
- sehr gute visuelle Darstellung
- umfangreiches Roster
- kostenfreie Neuerungen
- Storymodus & Hall of Legends sind nur Happen für zwischendurch
- spielerische & grafische Neuerungen eher im Detail
- teils steife Animationen
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