
Am 15.10.2014 war es mal wieder soweit, 2K Sports lud in München zur sogenannten „Entwicklerrunde“ für das Spiel WWE 2k15. Wie auch im letzten Jahr, war der Spieleentwickler so freundlich, Genickbruch.com eine Einladung zu senden und unser Moderator „Southern Sensation“ nahm die Gelegenheit war um einen Blick auf den neusten WWE Ableger zu werfen.
Donnerstag, 15.10.2014 – München. Was? Schon wieder ein Jahr rum? Mir persönlich kam es nicht so vor, als ob wirklich schon wieder ein Jahr vorbei war, seitdem uns Björn Sturm von 2K damals ziemlich kurzfristig einlud um einen Blick auf WWE 2k14 zu werfen, ein Spiel, dass durch den Stempel von 2K bei vielen Fans zwar Hoffnungen weckte, diesen „2K Standard“ allerdings nicht wirklich erreichen konnte, denn wenn man ehrlich war, war dieses Spiel eigentlich das von THQ in einem 2K Gewand. Auch ich lies mich vom 2K Hype relativ schnell mitnehmen und war auch von dem ganzen Umfeld ziemlich überwältigt, da es für mich ja quasi das erste mal war, bei sowas überhaupt dabei sein zu dürfen, mittlerweile ergab sich durch Genickbruch.com ja schon einige Möglichkeiten, solchen Events beizuwohnen. Die Location, die Präsentation und das ganze drum und dran, was 2K perfekt drauf hat, kann mich dieses Jahr also nicht mehr täuschen. Aber obwohl mich WWE 2k14 nach anfänglichem Enthusiasmus doch eher enttäuschte, war ich auf WWE 2k15 doch mehr als gespannt. In meinen Augen war 2k15 nämlich wirklich das erste WWE Spiel aus dem Hause 2K. Neben den altbekannten Freunden von Yukes hat sich dieses mal aber auch Visual Concepts mit ans Werk gesetzt und was die können, dürfte Sportspiele-Fans eh bekannt sein. Alle denen das absolut nichts sagt, denn sei gesagt, dass diese Leute mit NBA 2k14 meiner Meinung nach das beste Sportspiel im letzten Jahr abgeliefert haben. Selten hatte ich bei einem Sportspiel eine dermaßen große Langzeitmotivation, dabei sei auch noch gesagt, dass ich nicht unbedingt der absolute Basketball Fan bin, aber die ganze Dynamik, gepaart mit der Story und der immens guten Grafik, haben mich wo chenlang an die Konsole gefesselt. Nicht auszumalen was passieren wird, wenn man jetzt ein ähnliches Spiel hat, wo es um Charaktere geht, die man Woche für Woche selbst vor dem TV verfolgt und seit Jahren kennt.
2K is taking over...for real now!
Die Entwicklerrunde fand dieses Jahr, wie auch im letzten, in München statt. Während es letztes Jahr noch geregnet hat, begrüßte mich dieses Jahr die Sonne in der Landeshauptstadt Bayerns und ich kam in München an, kurz bevor der Streik der gierigen Lokführer der deutschen Bahn anfing. Die Location war die Selbe wie letztes Jahr und auch dass Prozedere am Anfang war dem aus dem Vorjahr nicht sonderlich unähnlich. Man kam an, wurde von PR-Chef Björn Sturm begrüßt und unterhielt sich so ein bisschen über das kommende Spiel und über andere Spiele die 2K so in der letzten Zeit rausgebracht hat. Anschließend, nachdem die Kollegen aus der Vormittagssession fertig waren, wurden wir dann in den Präsentationsraum gelotst. Hier wartete auch wieder Carlo von 2K Germany und WWE Brand Director Bryce Yang, dessen Interview von mir mit ihm, ihr hier lesen könnt.
Die Präsentation fing standesgemäß mit dem WWE 2k15 Feel It! Trailer an, anschließend übernahm WWE Brand Director Bryce Yang das Wort und rief uns nochmal in Erinnerung, dass WWE zum ersten Mal auf der großen Next Gen Bühne auftritt. Neben dem bekannten japanischen Entwickler Yukes, hat man sich auch die Kollegen von Visual Concepts ins Boot geholt, die insbesondere für Ihre Arbeit rundum NBA 2k14 und 2k15 bekannt sind. Nimmt man also die beiden Teams und lässt sie zusammenarbeiten, soll dabei also ein ziemlich gutes Wrestlinggame rauskommen...zumindest in der Theorie. Damit dass dann auch in der Praxis so sein wird, hat man bei 2K in diesem Jahren weder Kosten und insbesondere noch Mühen gescheut um jeden WWE Superstar ordentlich präsentieren zu können (eine kleine Story, welche Mühen 2K dabei hatte, könnt ihr im oben angesprochenen Interview nachlesen). Auch WWE hat sich nicht lumpen lassen und 2K einen eigenen Ring zu Verfügung gestellt damit 2K nicht nur den Sound verbessern, sondern auch mehr Animationen ins Spiel einbauen kann. Laut Bryce Yang sind dieses Jahr 5x mehr Animationen im Spiel verpackt als bei den Vorgängern, weswegen sich das Spiel deutlich flüssiger Spielen lassen soll. Neben dem eigentlichen Spielgenuss, hat sich 2K auch was bei den Kommentatoren überlegt. Anstatt Michael Cole und Jerry Lawler separat ins Studio kommen und die beiden einfach von einem Blatt runter lesen zu lassen, hat man sie dieses Jahr vor einen Monitor mit Animationen gesetzt und sie quasi "frei Schnauze" kommentieren lassen, weshalb das Commentary an sich dieses Jahr wohl organischer wirken soll.
Showcase und MyCareer
Da das Spiel von WWE 2k15 in diesem Jahr zum ersten mal auf zwei Hochzeiten bzw. Konsolen tanzt, gibt es dieses Jahr auch zwei große Modi. Einer davon ist der sogenannte 2k Showcase Mode. Dieser erinnert natürlich an den "30 Years of WrestleMania"-Mode vom letzten Jahr und soll auf beiden Konsolen zu finden sein. Die Szenarien sind im diesen Jahr die Fehde zwischen CM Punk und John Cena aus dem Jahre 2011 und die Fehde zwischen Shawn Michaels und Triple H aus dem Jahre 2004. Während die Fehde zwischen John Cena und CM Punk unter dem Namen "Huste, Loyalty & Disrespect" ganze 19 Szenarien umfasst, ist die Fehde zwischen HHH und HBK (Good Friends, Bitter Enemys) nur 14 Szenarien lang. Für Eigentümer der "alten Konsolen" (Xbox 360 & PS 3), wird dieser Mode den Hauptteil des Spiels ausmachen. Für die glücklichen die eine Xbox One oder eine PlayStation 4 ihr Eigen nennen können, kommt endlich das wieder auf den Schirm, was sich die Fans seit "Smackdown: Here comes the Pain" wünschen - ein gescheiter Karrieremodus. Das ganze nennt sich "MyCareer" und findet sich unter anderem zum Beispiel auch schon in den Spielen NBA 2k14 und NBA 2k15. Laut Bryce Yang haben Umfragen ergeben, dass sich die Fans nichts lieber wünschen, als einen Karrieremodus...gesagt, getan.
In diesem Modus erstellt man sich zu Beginn seinen eigenen Wrestler mit dem man am Anfang des Spiels ins WWE Performance Center eingeladen wird, über einen kleinen Umweg bei NXT, kommt man dann zu WWE um sich dort natürlich irgendwann bei WrestleMania den WWE World Heavyweight Title zu holen. Am Anfang hat man also die Möglichkeit, sich seinen eigenen Wrestler zu bauen, diesen erstellt man mit Hilfe der Creation Suite, wobei die "Facescan" Option, in der man wie bei NBA 2k15 sein eigenes Gesicht in das Spiel packen kann, nicht mit dabei ist. Davon abgesehen, ist bei der Erstellung seine Wrestler allerdings kein Limit gesetzt. Man kann aus verschiedenen Gewichtsklassen auswählen, die natürlich auch Einfluss auf die Attribute haben. Die Attribute verbessern sich natürlich im Laufe der Karriere und können von euch frei ausgewählt werden. Wollt ihr mehr Power in euren Beinen um Kicks mehr Wirkung zu verleihen? Wollt ihr mehr Agilität oder Widerstandsfähigkeit? Wollt ihr ein Highflyer sein oder eher ein technischer Worker wie The Great Khali...kleiner Scherz...hierbei sind euch wenig Grenzen bei der Erstellung und der Entwicklung gesetzt. Später könnt ihr euch sogar einen Manager an die Seite stellen lassen, der euch nicht nur zum Ring begleitet, sondern auch - je nach Fähigkeit des Managers - so und so oft ins Match eingreifen kann. Während eurer Reise zur Spitze des Wrestling Olymps trefft ihr dann auch auf viele bekannte Gesichter. Während euch Bill DeMott im Performance Center noch ständig anschreit um euch zu besseren Leistungen zu pushen, werdet ihr bei NXT von William Regal protegiert. Im WWE Roster angekommen, wird euch dann auch Vickie Guerrero das Leben zur Hölle machen, während euch Triple H vielleicht ein bisschen hilft.
Zum aller ersten mal ist auch NXT im Spiel enthalten. Wie viele Leute es genau ins Spiel geschafft haben, wird man wohl erst ab dem Release sehen, allerdings konnte ich Sami Zayn, Adrian Neville, Corey Graves, Bo Dallas und Rusev ausmachen. Natürlich sind die beiden letztgenannten mittlerweile schon ins Main Roster aufgestiegen, allerdings wird man diese bei WWE 2k15 wohl noch in NXT durch den Ring prügeln dürfen. Seis drum...irgendwann bekommt man dann also den "call" ins Mainroster und wird sich mit den großen Jungs messen. Je nach dem, wie man sich während seiner Karriere aufführt, wird man dann dem ein oder anderen Wrestler über den Weg laufen. Verhaltet ihr euch eher Heel, wird eine Konfrontation mit Super Cena wohl bald nicht mehr aus dem Weg gehen lassen? Verpasst ihr eurem Char Face anleihen, kann es sein, dass ihr vielleicht Brock Lesnar in die Quere kommt. Im MyCarreer Modus solle es laut Bryce Yang also möglich sein, nicht nur komplett zwischen Heel und Face zu wählen, sondern mal dies und mal das zu machen, wollt ihr lieber der Freund von Daniel Bryan sein und ihm per Handschlag nach einem Match den Respekt zollen den er verdient oder wollt ihr ihm lieber in die Eier treten und somit euren Heelcharakter unterstreichen - die Entscheidung liegt ganz bei euch. Genau diese Entscheidungsgewalt, soll jede einzelne Karriere unterschiedlich machen, weswegen meine Karriere wahrscheinlich nicht so ablaufen wird wie die Eure. Angeblich soll es auch möglich sein, die Charaktere von anderen Gamern (vorzugsweise euren Freunden) in den MyCareer Modus mit einzubeziehen, wie das am Ende aber genau von statten geht, wollte Bryce nicht wirklich verraten.
Hands On Bitches!
Nach guten 20 Minuten wurde die Präsentation dann beendet und wir durften uns endlich ans Spiel machen. 2K baute hierfür extra mehrere Stationen auf, die verschiedne Phasen des "MyCarreer"-Modus zeigten. Am Anfang stand man natürlich im Performance Center und lernte einige Moves, während man sich vom ehemaligen General Hugh G. Rection anschreien ließ. Station 2 nahm uns mit zu NXT wo man sich mit Sami Zayn prügeln konnte und Station 3 war ein Savegame welches unseren Charakter im 6ten Karriere Jahr bei WWE zeigte, während wir gerade eine Fehde mit Brock Lesnar in Gang bringen wollten. Zusätzlich hatten wir noch die Möglichkeit, Exhibition Matches im One on One Style zu spielen, andere Modi waren zwar auch schon freigeschalten, wurden uns aber nicht erlaubt zu spielen bzw. es wurde untersagt drüber zu berichten. Ich fing natürlich zum eingewöhnen erstmal mit einem Exhibition Match an. Hierbei spielte ich Cesaro und ließ den King of Swing gleich gegen Dean Ambrose antreten. Hierbei fielen mir gleich zwei Sachen relativ negativ auf. 1. Dean Ambrose hatte immer noch sein altes The Shield Outfit an, 2. Ambrose hatte nicht nur sein altes Outfit an, sondern hoppelte auch noch mit der alten Shield Theme durch die Gegend (selbiges gilt im Übrigen auch für Roman Reigns und Seth Rollins. Positiv überrascht hat mich die ganze Aufmachung. Die Grafik ist durch die Bank gut und auch die Zuschauer sind zum ersten mal seit dem Bestehen dieses Spiel nicht absolut Scheiße. Klar kann man hier noch einiges verbessern, aber es ist definitiv ein Schritt nach vorne, wenn man die Crowd mit den Brandopfern aus WWE 2k14 vergleicht, einzig und allein die Reaktion der Fans hat teilweise nicht mit dem Sound der Fans zusammengepasst, dies wird aber wohl noch behoben werden, denke ich. Der Screen ist um einiges aufgeräumter, die Leisten für Energie und Schaden befinden sich mittlerweile am unteren Rand und es wird diesmal in Prozent angezeigt wie lange man noch für den Signature- oder Finishingmove braucht und wie viel Ausdauer der Gegner noch hat um sich aus einem Pin zu winden. Die Leisten sind auch kleiner, was mir den Verdacht bestätigt, dass man dieses Jahr wohl mehr als sechs Wrestler auf einmal im Ring haben kann. Das Grappling hat sich auch ein wenig verändert: Fingen bei WWE 2k14 noch viele Matches mit einer Runningclothesline an und mit einem simplen Grapple der gleich in einen Powermove mündete, muss man dieses mal eine kleine Chainwrestling-Sequenz durchspielen, bevor man Kontrolle über seinen Gegner erlangen kann. Das Chainwrestling erinnert ein bisschen an Stein-Schere-Papier, macht das Spiel allerdings um einiges realistischer und dass ist gut so. Generell hat 2K viel an Details gearbeitet, dass fängt beim korrekten Maßstab des Ringes an und hört bei der Abfederung der Seile je nach Grad des Aufkommens darin auf. Das einzige, was man leider nicht so detailliert bearbeitet hat, sind die Gewichtsklassen. Will heißen, dass ein Bray Wyatt einen Big Show leider genauso leicht zum Suplex aufnimmt, wie einen Xavier Woods. An sich ist die Steuerung aber relativ gleich geblieben. Alle Befehle vom letzten Jahr sind auch dieses Jahr auf den selben Tasten zu finden und auch das Kontersystem ist (leider Gottes) das selbe wie aus dem Vorgänger, wenn auch etwas schwieriger. Während meiner kleiner Zocksession fiel mir auf, dass sich der Verdienst meiner Virtual Currency, also womit ich meinen Wrestler verbessern kann, je nach Matchdauer und der gezeigten Leistung unterschied. Ein Match das aus mehreren Nearfalls und verschiedenen Moves bestand, wurde um einiges besser vergütet als ein Match, dass ich in 2 Minuten mit ein und den selben Moves beenden konnte. Anscheinend muss man sich also richtig was einfallen lassen um sich sein Geld zu verdienen. Nach gut einer Stunde Spielzeit musste ich sagen, dass mir der Karrieremodus und das Spiel an sich zwar sehr gefielen, im MyCareer Mode allerdings nicht wirklich Stimmung aufkam. Ich weiß nicht, ob dass an dem Zeitdruck lag, dem wir unterlagen, daran, dass man einfach so ins Geschehen rein geschmissen wurde oder daran, dass mich Sachen wie die Creation Suite und viele andere Dinge auch neugierig machten, aber so richtig "im Spiel" fühlte ich mich noch nicht.
Fazit
Was kann man also zum Spiel so im allgemeinen sagen? Es ist mit Abstand das best aussehendste und wohl auch eins der umfangreichsten WWE Spiele die es jemals gab, wenn man mal die ganzen DLC Inhalte mit einrechnet. Fünf verschiedene Showcases, einen Haufen aktueller Wrestler, gepaart mit einem Haufen Legenden wie Hulk Hogan, Sting, Steve Austin und The Rock dürften das Roster zum besten seit "Here comes the Pain" machen. Sounds, Ringphysik und Matchabläufe sind sehr realistisch und überaus authentisch und man bekommt schon das Feeling, als ob man sich eine Sendung auf dem Fernseher ansieht. Der MyCareer Mode ist ein riesen Schritt in die richtige Richtung, ob er allerdings wirklich richtig Überzeugen kann, wird abzuwarten sein, obwohl ich da doch sehr frohen Mutes bin. Selbst Besitzer der alten Konsolen sollen Ihren Spaß daran finden und ich gehe davon aus, dass dies zumindest für ein paar Monate, auch wirklich der Fall sein wird. Jeder der sich Wrestlingfan schimpft und eine Konsole zu Hause hat, wird sich das Spiel sowieso über kurz oder lang kaufen und diesmal ist auch da wo 2K draufsteht, endlich 2K drin. Ich für meinen Teil hatte sehr viel Spaß beim spielen dieses Ablegers und blicke mit großer Vorfreude auf den November, wenn auch dort dann endlich WWE 2k15 für die NextGen Konsolen heraus kommt.
Zum Abschluss möchte ich mich in aller Form nochmal bei 2K Sports und der Presseagentur Gärtner für die Einladung bedanken, das Event war wie immer top organisiert und ließ nur wenig wünsche offen.
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