
Nachdem 2K Sports vor einiger Zeit THQ als Publisher der WWE-Videospielserie abgelöst hat, war es im Herbst des letzten Jahres soweit, dass 2K in Zusammenarbeit mit Yuke’s seine erste „Eigenkreation“ in den Handel brachte – WWE 2K15. Die Erwartungen der Fans waren groß, wenn nicht sogar utopisch, weshalb mit großer Ernüchterung festgestellt werden musste, dass man besonders bei den Current Gen-Konsolen (PS4 und Xbox One) sehr viel Content gestrichen hat und einige im Vorfeld angepriesene Neuheiten nicht im Spiel zu finden waren. Neben diesen Kritikpunkten geriet auch die DLC-Politik, die ich in diesem Artikel ansprechen möchte, immer wieder in die Schusslinie unzufriedener Spieler. Für einige war der unübersichtliche Veröffentlichungsplan, der bis heute nicht wirklich klar erscheint, das Problem, für andere hingegen waren es die Preise, die für Verärgerung innerhalb der Community sorgten.
Gratis? Gibt's nicht!
Wie es in Spielen der WWE-Serie seit einigen Jahren üblich ist, so wird man auch in WWE 2K15 für jeden herunterladbaren Inhalt zur Kasse gebeten. Rechnet man alles (das Spiel mitsamt allen DLCs für die PS4) zusammen, kommt man auf eine beachtliche Summe von über 120 Euro. Auch wenn dieser Betrag über ein ganzes Jahr gesehen durchaus bezahlbar ist, frage ich mich wirklich, ob es der Sinn der Sache ist, insgesamt fast zehn Mal zu bezahlen, um ein komplettes Spiel zu erhalten.
Auf diese Frage hat 2K eine Antwort parat – und zwar den Season Pass. Im Vornhinein wurde von diesem erwartet, dass er alle herunterladbaren Inhalte beinhaltet oder beim Kauf zumindest ein spürbarer Preisnachlass auf diese Inhalte gewährt wird. Freilich ist dem nicht so, denn der Season Pass von WWE 2K15 deckt lediglich die Kosten der drei Showcase-DLCs und des Beschleunigers, zudem gibt es den exklusiven Charakter der WWE-Diva Paige. Insgesamt beträgt die Vergünstigung, die der 25 Euro teure Season Pass bietet, nur magere 6,97 Euro. In Bezug auf die oben genannten Kosten kommt man beim Kauf des Season Passes also um nicht einmal 6 % günstiger.
Natürlich sind 6 % besser als nichts, aber in ein wirklich gutes Licht rückt sich 2K Games mit dieser Philosophie nicht. Hier besteht definitiv Handlungsbedarf!
Großer DLC-Plan - wenige Informationen
Bereits vor dem Release von WWE 2K15 wurde eine Liste aller herunterladbaren Inhalte, die im Laufe des Jahres erscheinen sollten, veröffentlich. Man betone das „im Laufe des Jahres“, denn mehr wurde zu den jeweiligen Release-Daten eigentlich nicht gesagt.
So kam es durchaus vor, dass man anhand des Season Passes bereits für Inhalte bezahlt hat, von denen man absolut nicht wusste, wann diese erscheinen würden. Bestes Beispiel ist in diesem Fall der „Path of a Warrior“-DLC, der im Season Pass inkludiert ist und von dem bis heute kein Veröffentlichungsdatum bekannt ist.
Meiner Ansicht nach ist Schweigen bis zu einem gewissen Punkt zwar eine gute, da aufsehenerregende Marketingmethode, aber 2K Games hat hier ganz klar den Bogen überspannt. Nachdem man schon vor Release des Hauptspieles mit Informationen gespart hatte, kam es in Sachen DLC-Plan noch einmal um eine Spur dicker und die jeweiligen Releasedaten wurde entweder nur wenige Tage im Vornhinein bekanntgegeben oder, wie man anhand des Hulk Hogan-DLCs sah, überhaupt erst mehrere Wochen nach dem eigentlichen Veröffentlichungstermin im Store gelistet.
Masse statt Klasse – oder etwa doch beides?
Als ich den weiter oben angesprochenen DLC-Plan für WWE 2K15 zum ersten Mal sah, war ich etwas stutzig, ob es 2K wirklich schaffen würde, so viele DLCs zu kreieren und auch qualitativ eine gute Arbeit abzuliefern.
Jetzt, wo mit Ausnahme NXT-Packs und des „Path of a Warrior“-Showcases alle DLCs veröffentlich wurden, kann ich sagen, dass ich im Großen und Ganzen mit der Qualität zufrieden bin. Während man mit dem meiner Meinung nach unterirdischen WCW-Pack einen kleinen Wehmutstropfen zu beklagen hat, stellen mich die beiden bisherigen Showcase-DLCs, das Paige-DLC und auch das Move-Pack wirklich zufrieden. Man hat es großteils geschafft, die Charaktere so realitätsnah wie nur möglich darzustellen. Das zeigt sich bei Christian, Paige und auch dem Great Khali sehr gut. Als negative Gegenbeispiele kann man Edge sowie alle Charaktere aus dem WCW-Pack herausnehmen, deren Gesichter mehr denen eines anderen Lebewesens ähneln.
Abgesehen von den herunterladbaren Wrestlern stellten mich auch die Showcase Fehden sowie die darin beinhalteten Arenen zufrieden.
Qualitativ wurde in diesem Jahr alles in allem eine gute Arbeit geleistet. Nun liegt es an Yuke’s und 2K Games, diese Qualität in Zukunft noch zuverlässiger abzuliefern und darauf aufzubauen.
Fazit
„Schlechte Werbestrategie, überteuert und teilweise mit qualitativen Mängeln; reine Abzocke!“ – solche und ähnliche Kommentare fand man in den letzten Monaten in diversen Foren und Tests zu Genüge. Doch sind die herunterladbaren Inhalte für WWE 2K15 wirklich so schlecht, wie sie von Teilen der Community dargestellt werden?
Ich sage nein! Ich bin in einer Spielegeneration aufgewachsen, die den Begriff „DLC“ nicht kannte. Kam ein Spiel in den Handel, blieb es auch so, nachträglich installierbare, zu bezahlende Inhalte gab es in dieser Form nicht und keiner vermisste es.
Mit der Zeit hat dann das Internet immer mehr Einzug in den heimischen Konsolen gehalten und da dauerte es auch nicht mehr lange, bis die Herausgeber der Games in den DLCs eine neue Einnahmequelle sahen – und ich sah darin etwas, was ich gerne „exklusiver Bonus“ nenne. Jeder kann WWE 2K15 kaufen und wird, wenn er ähnlicher Meinung wie ich ist, durchaus Spaß daran haben – auch ohne DLCs! Meiner Ansicht nach sollten DLCs etwas exklusives sein, für das man eben auch Geld ausgeben muss, um es besitzen zu können.
Wenn 2K Games es schafft, aus den Fehlern von WWE 2K15 zu lernen, steht einer erfolgreichen Zukunft in Sachen DLCs nichts entgegen – zudem ist die Community gefordert; sie muss verstehen, dass herunterladbare Inhalte eine gewisse Exklusivität repräsentieren sollen und man dafür durchaus auch einen angemessenen Preis zahlen muss.
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